Die Ederstaumauer - ein Gigant aus der Kaiserzeit

Die Edertalsperre wurde in den Jahren 1908 bis 1914 von der Fa. Philipp Holzmann AG gebaut, um der Weserschifffahrt und dem Mittellandkanal in den Sommermonaten ausreichend Wasser zuzuführen.
Die Talsperre dient darüber hinaus dem Hochwasserschutz und der Stromerzeugung. An eine touristische Nutzung dachte man damals noch nicht.

Beim Bau der Sperrmauer wurden 300 000 Kubikmeter Bruchstein vermauert. Der Bau selbst kostete 7,5 Mio Goldmark, für Grunderwerb und Strassenbau wurden nochmals 17,5 Mio Goldmark aufgewendet.

Am 17. Mai 1943 brach eine kaum für möglich gehaltene Katastrophe herein. Flugzeuge der britischen Armee griffen die Sperrmauer an und eine Rotationsbombe riss ein 70x20 m großes Loch in die Mauer. 160 Mio Kubikmeter Wasser schossen ins Tal und brachten Tod und Verderben. In den Fluten starben 68 Menschen, allein im Kreis Waldeck wurden 213 Gebäude verstört. Die Ernte war vernichtet, sämtliche Brücken wurden von den Wassermassen weggerissen. Die zerstörte Staumauer wurde noch im selben Jahr durch Zwangsarbeiter der „Organisation Todt“ wieder aufgebaut.

Von 1990-1994 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt. Damit ist die Talsperre fit für die nächsten 80-100 Jahre.

Technische Daten Ederstaumauer & Edertalsperre

Höhe ca. 47 m
Sohlenlänge ca. 270 m
Sohlenbreite ca. 36 m
Kronenlänge ca. 400 m
Kronenbreite ca. 6 m
Länge Staubecken ca. 27 km
Breite ca. 175 m bis 1 km
Oberfläche bis 12 qkm
Wassertiefe bis 42 m
Stauraum min. 10 Mio m³
Stauraum max. 200 Mio m³
   

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